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Aus der Tradition in die Moderne

Die Stickerei boomt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Kaum ein Markenhersteller, der derzeit keine Stickerei einsetzt. Angefangen in der Haute Couture – wobei es hier nicht so sehr überrascht. Denn in diesem Bereich, in dem auch noch sehr häuig Handstickerei eingesetzt wird, kommt das Thema nie wirklich aus der Mode.

Doch Vorreitern und aktuellen Meinungsmachern wie dem italienischen Modehaus Gucci und seinem Designer Alessandro Michele sei Dank, hat der Trend endgültig die Masse erreicht. Von der Prêt à Porter über die gehobene Mittelklasse bis hin zu allen großen Vertikalen und kleineren Labels wird buchstäblich gestickt, mit Ziernähten veredelt und dekoriert, was geht.

Von diesem Trend profitieren vor allem hochspezialisierte Stickbetriebe, die über verschiedene Sticktechniken und -maschinen verfügen und somit neben „Standardstick“ auch besondere Optiken und Haptiken anbieten können.

Modespitze Plauen


In Ostdeutschland lässt Modespitze Plauen traditionelle Jugendstil-Muster aus dem letzten Jahrhundert auf GoTS Baumwolle gestickt neu auleben. Der Trend hört nicht bei der Mode auf. Auch im Sport- und Outdoorbereich wird wieder mehr gestickt, genauso bei den Heimtextilien. Ein wachsender Bereich sind die technischen Stickereien. So werden von klassischen Stickmaschinenherstellern wie den Firmen ZSK und Tajima mittlerweile hochmoderne Legeautomaten entwickelt, die moderne Carbonfasern, genauso verlegen und befestigen können wie leuchtund leitfähige Garne. Die Übergänge sind fließend. Gerade das macht die aktuelle Aufbruchsstimmung in der Textilbranche so spannend. Mit der gleichen Technologie, mit der Kohlefasern für die Automobil- oder Raumfahrtindustrie verlegt und verstickt werden, werden auch leuchtende Roben für die Haute Couture oder beheizbare Outdoorjacken kreiert. Erfreulich ist dabei, dass die Phase der bloßen Studien und „Laborprodukte“ abgeschlossen ist und der Endverbraucher heute bereits solche hightech Produkte im Einzelhandel kaufen kann, z.B. e-broidery von Forster Rohner Textile Innovations

Für Entscheider wichtig

Wichtig ist für die Entscheider der Branche, die Designer, Produktmanager, Developer und Einkäufer, dass sie die richtigen Produktionspartner an der Hand haben. Außerdem müssen sie über das nötige Know-how verfügen, um Möglichkeiten zu verstehen und um mit den Produzenten entsprechend kommunizieren zu können. Großer Wissensdurst herrscht auch beim Nachwuchs an den textilen (Hoch-) Schulen. Nach Jahren des eher passiven Konsums und des Abwandelns bestehender Trends möchte die junge Generation der Kreativen wieder mehr selbst gestalten und verändern. Dazu braucht es Fachwissen und einen Einblick auch in die textile Nische der Stickerei.

Dieser Beitrag von Reiner Knochel ist erschienen in der aktuellen Ausgabe masche des Gesamtverbandes der dt. Maschenindustrie, Ausgabe März 2017.


Zum Autor:


Reiner Knochel ist mit mehr als 25 Jahren Industrie -Erfahrung ein ausgewiesener Textilexperte und berät neben seiner Tätigkeit für GUNOLD auch Unternehmen der Branche zum Thema Stickerei und textile Dekoration, hält Vorträge und Seminare an Hochschulen und bietet zudem Inhouse-Schulungen für Markenhersteller an.

Seine Schwerpunkte sind Stickgarne, -maschinen und -techniken, Garne, Vliese und Zubehör, kreative und technische Möglichkeiten, Grundlagen und Fachbegriffe, Fehlererkennung und -vermeidung.

Seinen Beitrag stellen wir Ihnen oben rechts auch als Download-PDF zur Verfügung.







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Aus der Tradition in die Moderne, erschienen im Magazin masche des Gesamtverbandes der dt. Maschenindustrie, März 2017
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